Ein Jahresrückblick der anderen Art

Ein Jahresrückblick der anderen Art

  • Beitrags-Kategorie:2020 / 2021 / Bericht

„Jahresrückblick“ 2020 / Prosit 2021

Ein Jahresrückblick in einem recht atypischen und hoffentlich einzigartigen Jahr 2020 gestaltet sich etwas schwierig. Aus musikalischer Sicht wäre ich mit dem dritten Satz schon beim Abschluss angekommen, aber so atypisch wie 2020 war, so atypisch wird auch der Rückblick. Ala „Hätt i, dat i, war i“ möchte ich auf eine Vergangenheit zurückblicken, die es so größtenteils nicht gegeben hat, aber die es womöglich gegeben hätte. Ein hypothetischer Blick zurück kann und sollte vielleicht eine Sicht für 2021 oder eher 2022 darstellen. Also wie eingangs erwähnt, wie wäre 2020 ohne dem kleinen Virus verlaufen.

Am 1. Jänner 2020 gesellte sich wieder eine größere Reisegruppe aus Deutschland im Steinfeldzentrum ein. Der Jahreswechsel konnte im GH Schwartz gefeiert werden, nach dem Katerfrühstück folgte ein kleines aber feines Neujahrskonzert durch den MV Breitenau. Was vor einigen Jahren als Notprogramm ins Leben gerufen wurde ist mittlerweile fixer Bestandteil und für den MVB der Startschuss ins Neue Jahr. Musikalisch war das Programm eher traditionell ausgerichtet, traf es ja bisher den Geschmack des größtenteils preußischen Publikums – einzig Thomas Maldet, der wieder durch Programm führte, musste wieder in die hochdeutsche Aussprechweise wechseln – wechseln musste er auch so manche Gags und Witze, da viele Zuhörer bereits zum wiederholten Male zum „Schwartzwirt“ kamen und uns am 01.Jänner lauschten.

Vor zig Jahren war es auch Tradition, dass die Breitenauer Musikanten den Seniorenball musikalisch umrahmten – in den letzten Jahren, teilweise durch Bundes- oder Landtagswahlen „torpediert“ fand dieser Ball seither an einem Wochentag statt, was den meisten (nicht pensionierten) Musikern die aktive Teilnahmen erschwerte. Mittlerweile sind Jahre ins Land gezogen und ein Gros der adressierten Musiker könnte vor oder auf der Bühne platznehmen – Nennen wir es einen Wink des Schicksals, dass die geplante Musikgruppe kurzfristig absagen musste und wir einspringen konnten. „Hermi, komm mit nach Bukarest“ durfte wieder erklingen.

Fixpunkt im Ballkalender ist der Bauernball in Breitenau – genau so fixiert ist die Eröffnung durch den MVB. Einzig die Frage, warum im Jahr 2020 der Ball-Gemeindekotter 3x so groß war und dennoch zum Bersten gefüllt werden konnte blieb offen.

In den vergangenen Jahren ist das Frühlingskonzert einem Sommerkonzert im Park „zum Opfer“ gefallen – da aber mittlerweile der Kalender im Sommer quasi überbucht wurde sind wir im Jahr 2020 wieder auf den Frühlingsturnus zurückgefallen – aufgrund der damit kürzeren Probezeit war auch die Vorbereitung intensiver – auch hier zeigte sich, dass wir nach einigen Jahren auf der moderneren Welle die traditionellen Bereiche nicht verlernt haben und auch das Publikum sich wieder danach sehnte.
Eine persönliche Randnotiz sei mir erlaubt, es ist gut so, dass Konzerte wieder ein Dach bekommen. Veranstaltungen im Freien haben neben der witterungsbedingten Abhängigkeit auch den Nachteil einer gewissen Sättigung erreicht. Antizyklisch handeln 😉

In meiner Kindheit war die Erstkommunion immer von Feuerwehr und Musik begleitet worden – die einst unter Pfarrer Franz Berger gelebte Tradition wurde von der aktuellen kirchlichen Pfarrführung wieder aufgenommen und somit wurde auch die Kommunion wieder ein Fest mit und in der Gemeinde.

Unsere Schriftführerin hat sich einen neuen Nachname verliehen, sprich im April war ein Hochzeitsglockengeläute zu hören. Eigentlich wollte Petra dies im kleinsten und familiären Kreise feiern – natürlich haben wir uns daran gehalten, fast gehalten – ein kleines Ständchen und ein Blumengruß musste zum wohl schönsten Tag im Leben eines Paares doch überreicht werden.

Es folgten die Konzertmusikbewertung in Grünbach, die Florianimesse bei der FF Breitenau und erstmals ein Dämmerschoppen im Gut Gutrams. Ein schönes Ambiente ist hier in den letzten Jahr unweit von Schwarzau und Breitenau entstanden – auch ohne Dämmerschoppen sehenswert.

Wie immer gab es bei der Konzertmusik-Bewertung und unserer Darbietung ein Wechselbad der Gefühle und ein Auf-und-Ab beim Empfinden unseres Kapellmeisters.
Wie immer wäre durch eine noch bessere Konzentration der eine oder andere Zehntel-Punkt noch zu erreichen gewesen – gut, wenn man sich mit dem Erreichten nicht immer und nicht vollumfänglich zufrieden gibt. Auf der Habenseite galt wieder festzuhalten, dass wir ohne Fremdpersonal den Bewerb bestritten haben.

Ein altes Video (https://youtu.be/GnpVZpGi-kA von Erwin Kaminek, Sohn des ehemaligen Kapellmeisters ) war wohl der Auslöser, dass wir uns wieder für den 1.Mai-Aufmarsch in Wien beworben haben. Es war schon alles in trockenen Tüchern, als es in der Bundespartei und auch schon in der Vorbereitung zur Wien-Wahl zu Programmänderungen gekommen ist. So hatten wir unseren musikalischen Schwerpunkt nicht an der blauen Donau, sondern am blauen Kehrbach – nicht minder schön, aber mit Sicherheit mit mehr direkten Zuspruch aus der Gemeinde in Breitenau. Vielleicht helfen uns im Jahr 2021 oder 2022 so manchen Punschkrapferl-Präsente in der Umsetzung dieses Revivals weiter.

Das Parkkonzert wurde wie bereits oben erwähnt zum Frühlingskonzert umfunktioniert – ein Grund war wohl auch der Frühschoppen in Pitten im Rahmen der Vereinsfeierlichkeiten der dortigen Gemeinde.2020 stand für den Gesangsverein Pro Musica Breitenau auch im Mittelpunkt, galt es doch das 100-jährige Vereinsjubiläum zu feiern – Dass der MVB nicht nur musizieren konnte, sondern auch gesanglich sich was zutraut konnte im Sommer beim Fest des Gesangsvereins bewiesen werden – hier nochmals alles Gute und Gratulation zum 100. Geburtstag.

Mag sein, dass das Durchschnittsalter im Verein stetig dem Pensionsantrittsalter näher kommt – einerseits wird diese aber stets nach oben revidiert und andererseits gibt doch auch musikalischen Nachwuchs. Einen ganz kleinen Nachwuchs gab es bei unseren Kolleginnen Petra und Bettina. Pension, Ruhe, Kur usw führt unweigerlich zum Besuch von Parkkonzerten – im Juli durften wir wieder an der musikalischen Parkkonzertreihe in Bad Schönau teilnehmen. Schönes Wetter, wundervoller Park und zahlreiche Zuhörer – was will man als Musiker mehr.

Wem München zu weit weg ist, das Bier auf der Münchner Wiesn zu teuer ist, muss nicht weit reisen – im September fand die mittlerweile traditionelle Breitenauer Wiesn statt.

Musikalisch rundete ein Herbstkonzert das Jahr ab – als Kontrast zum Frühlingskonzert standen diesmal bekannte Film- und Musicalmelodien im Vordergrund.

Der letzte vorweihnachtliche Berührungspunkt mit der Bevölkerung war unser Weihnachtsliederspielen im Ortsgebiet in Breitenau. Wie jedes Jahr hatten wir einen Plan/eine Marschroute, einen Plan, den wir abermals zeitlich etwas strecken mussten und erst gegen 22:00 in der Linsern das letzte „Stille Nacht“ für 2020 aushallen gelassen haben.


Wie gesagt, ein Rückblick, welchen es so nicht gegeben hat.
Das Jahr 2021 wird wohl besser verlaufen, aber noch nicht zur alten Normalität zurückführen – Zu ungewiss ist der weitere Verlauf der Pandemie und auch die Planungssicherheit für Veranstaltungen / von Veranstaltern.
Daher ist unsere Kalender für 2021 nach wie vor als leere Liste auf unserer Homepage vermerkt.


(HaMa)